Januar 2019

Plümo hatte auf der schönen Bergtour hierher gezickt, rote Lampe an und Meldung “Getriebe überprüfen lassen, siehe Handbuch“, fuhr aber klaglos noch einige Kilometer weiter. So rufen wir am 2.1. bei der „Fiat Camper Assistance“ in Deutschland an, sie versprechen uns eine Werkstatt in der Nähe zu besorgen. Morgen gegen 10 Uhr ginge ein Anruf bei uns ein. Denkste, die Geschichte zieht sich bis wir 3 Tage später eine Werkstatt genannt bekommen die groß genug für Plümo sein soll incl. Hebebühne. Der Chef „Francesco“ sei informiert.

Inzwischen ist der Winter hier richtig eingetroffen,

zum Glück stehen wir gut versorgt mit Internet, Strom und heißen Duschen 🙂 .

Am Morgen auf zu Fiat in 70 km Entfernung, Schneeregen begleitet uns.

Kurz nach 10 Uhr stehen wir vor der auf den ersten Blick modern aussehenden Werkstatt, nur Francesco kennt hier niemand. Aber ein freundlicher junger Mann spricht zum Glück etwas spanisch so dass wir uns verständigen und die „Diagnostico“ besprechen können. Lothar manövriert Plümo hoch vor das Hallentor

und sofort ist klar, da passt der Gute niemals rein und eine Hebebühne für den Fall der Fälle gibt es auch nicht. Die angerufene Camper Assistance kann sich das alles nicht erklären 🙂 . Aber, Plümo ist o.k., es war nur ein kurz ausgefallenes Relais, wir können weiter. Zur Verteidigung des Fiat Services, sie haben bei der Diagnose über Telefon alles übersetzt, aber wo „Francesco“ geblieben ist? Belustigt geht es, statt wie geplant durch die jetzt verschneiten Berge, über die Autobahn zurück zum schönen Camping „La Focetta“ und wir werden freudig von „alten“ Bekannten begrüßt.

Schnee auf Sizilien:

Die Nachmittage verbringt das Tischtennisteam „La Focetta Elite“ täglich mit Elan.

Karin bringt uns morgens zum Dreikönigstag einen selbstgebackenen Schweizer Kuchen gleichen Namens.

In einer der kleinen Kugeln ist eine Kichererbse, statt im Original eine Krone, versteckt. Wer sie erwischt darf heute regieren. Da müssen wir gleich ran und probieren, aber für jeden nur eine Halbe. Was passiert: Lothar schneidet durch und auch gleich die Kichererbse mit. Aus mit der erhofften Regierung für einen Tag, geteilte Herrschaft ist eben nur halbe Herrschaft.
Heute ist auch der letzte Tag unserer Weihnachtsbeleuchtung, Karin und Franz sowie Anke und Gerd kommen zur Verabschiedung selbiger und es ist eine schöne „Aperolzeit“.

Nach 4 Tagen heißt es Abschied nehmen, ich habe einen Kontrolltermin bei einer deutschen Ärztin in „Giardini Naxos“. Wir erwischen einen sonnigen Nachmittag und radeln um die hübsche Bucht.

Bißchen „Ätna Mania“ bricht wieder aus 🙂 .

Taormina ist auf dem Plan, die moderne Seilbahn bringt uns hoch

zur recht hübschen Shopping- und Restaurantmeile, gibt aber auch nette kleine Gassen

und einen weiten Rundumblick.

Plümo wird im Hafen von „Syrakus“ geparkt

und abends genießen wir die maritime Aussicht.

Die Strafe folgt am nächsten Morgen, ab 5 Uhr kommen Italiener und schwätzen und lachen ununterbrochen, wie geht das, das sind doch alles Männer??? Es hört nicht auf bis wir zur Besichtigung der Altstadt „Ortigia“ um 12 Uhr aufbrechen.
Die Insel ist heute UNESCO Weltkulturerbe, Glanz und Gloria vergingen aber in alten Zeiten als hier ein römischer Soldat den genialen Mathematiker Archimedes erschlug.

Im wunderschönen „Duomo Santa Maria Delle Colonne“ ist der Tempel der Athena aus dem 5. Jh. vor Christus erhalten geblieben.

Zum Sonnenuntergang fahren wir mit den Rädern nochmal um die Insel und quer durch die engen Gassen, eigentlich ist häufig Fußgängerzone, aber „who cares“, die Mopeds fahren durch also wir auch.

Die nächste Nacht im Hafen, Anke und Gerd möchten nachmittags kommen. Heute geht das Gequassel schon wieder in der Dunkelheit los, wir ziehen die Decken über die Ohren sind dann aber trotzdem früh unterwegs. Der „Parco Archeologico della Neapoplis“ steht zur Besichtigung. Es gibt ein gigantisches „Teatro Greco“

die Höhle des Tyrannen „Dionisio“

und noch ein weiteres „Anfiteatro Romano“

zu bestaunen.

Die moderne „Basilica della Madonna della Lacrime“ hat von außen eine auffallende Architektur, wirkt aber innen sehr kühl und nüchtern.

Zurück zum Hafen, die „Bremer“ sind da und wir sind mitten im anhaltenden Gequatsche zwischen Anglern oder was immer hier sonst so stattfindet oder eben nicht.

Weiter geht die Reise nach „Sampieri“, schöner Platz mit Blick auf Dorf,

das Meer und die fotogene Ziegelfabrik Ruine „Fornace Penna“, sie hat eine lange Geschichte. Aufgebaut vor dem ersten Weltkrieg arbeiteten hier leider meist Kinder in den Sommermonaten von früh bis spät. 1924 wurde der Ofen durch einen Brand zerstört und die Fabrik stillgelegt. Alle Pläne aus der Ruine etwas Neues zu machen versagten bisher. Danke lieber Franz für die ausführliche Recherche 🙂 .

Wieder gesellen sich Anke und Gerd zum Sonnenuntergang zu uns.

Das „Valle die Templi“ liegt zu Füßen der Stadt „Agrigent“. Griechen aus „Rhodos“ und „Gela“ hatten die Stadt „Akragas“ im 6. Jh. v. Chr. gegründet und dank der Eroberung durch die Karthager ging die Stadt 406 v. Chr. in Flammen auf. Hier die beeindruckenden „Reste“.

Tempio de Hera“

Tempio della Concordia“

Tempio dei Dioscuri“

Tempio dei Giove“

Für mich gibt es noch einen ollen Griechen

sowie hübsche „Girgentana Ziegen“, eine alte wieder eingeführte Rasse.

War ein sehr schöner Nachmittag in einer ebenso schönen Anlage.

Wir fahren zum Hafen von „Sciacca“, neuer Platz mit Aussicht.

Am nächsten Morgen geht es hoch in die Stadt, nichts Aufregendes aber eben alles alt, bzw. extrem müde 🙂 .

Reste“ die 2., die Hafenstadt „Selinunt“ wurde 650 v. Chr. gegründet und wieder kamen 406 v. Chr. die bösen Karthager und zerstörten alles.

Wir machen Beute bei LIDL, ein Glas Heringe und das Ergebnis: Fischbrötchen! Und das in Bella Italia!

So geht ein „steinreicher“ Monat mit dieser Leckerei zu Ende.

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