Oktober 2019

In diesem Monat gibt es nicht viel zu berichten da wir einige private Dinge zu regeln hatten. Nichts Schlimmes, aber muss halt auch manchmal sein.
So beschließen Tina und ich uns etwas „goldenen Oktober“ in den Weinbergen und Straußenwirtschaften der Pfalz einzuverleiben.
Leider mag uns das Wetter überhaupt nicht und im Nebel durch die Landschaft tappern macht keinen Spaß. Alles grau, keine Farben, schade.

Da hilft es auch nicht dass der schöne Stellplatz umgeben von Wein für uns allein ist,

denn auch in den Straußenwirtschaften wären wir allein, wenn die nicht mangels Gästen sowieso geschlossen hätten.

So werden einmal mehr unsere Pläne geändert. An der Küste ist das Wetter besser und wir haben in Ostfriesland sowieso noch etwas zu erledigen. Also auf in den Norden.

Lange Deichspaziergänge am Leuchtturm von Campen

und einsame Plätze zum übernachten gibt es hier zumindest in dieser Jahreszeit viele.

Noch ein paar Impressionen unseres „Lieblingsstücks Deutschland“:

Im Hafen von Emden wird ein Schleusentor ausgetauscht:

Am Ditzumer Hafen verkauft diese Dame seit Jahren Fisch, erschreckender Weise immer den gleichen!

Krabbenkutter fährt raus zum Fang.

Einer der besten Stellplätze an der Küste in Ditzum:

Und zum Schluss ein schöner Sonnenuntergang am Dollart.

Der Oktober neigt sich schon dem Ende zu und wir müssen zurück in den Massenstau.
Wie schön, dass auf dem direkten Heimweg noch der Landschaftspark in Duisburg inklusive kostenlosem Stellplatz liegt. Hier kann man durch eine alte Hochofenanlage laufen, oder hinauf kraxeln auf einen der 3 Hochöfen, Hochseilklettern zwischen den Öfen oder im alten Gasometer tauchen.

Wir trinken lieber „en lecker Pilsjen“

und genießen noch ein wenig die Abendstimmung.

Im November hat unser Auto (einen Namen gibt es schon aber getauft ist es noch nicht) einen Termin in der Nähe von Karlsruhe zur Auflastung und zum Einbau einer Alarmanlage. Da nichts anderes anliegt rollen wir Düsseldorfer schon mal langsam nach Süden, ins benachbarte Ausland: Nach KÖLN!

Wir finden einen schönen Stellplatz mit Rhein- und damit Schiffsblick

und radeln in die Stadt.

Gut zehn „Dömer“ stehen zur Auswahl, welchen sucht Tina sich wohl aus?

Am Heinzelmännchen Brunnen wird noch der guten alten Zeit gedacht.

Hier für alle Nichtrheinländer die vielleicht nur die viel jüngeren Mainzelmännchen kennen etwas lyrisches:

Wie war in Cöln es doch vordem mit Heinzelmännchen so bequem!
Dann war man faul, man legte sich hin auf die Bank und pflegte sich:
Da kamen bei Nacht, eh´ man´s gedacht die Männlein und schwärmten
und klappten und lärmten und rupften und zupften und hüpften und trabten
und putzten und schabten,
und eh´ der Faulpelz noch erwacht, war all sein Tagwerk bereits gemacht.

Die Zimmerleute streckten sich hin auf die Spän´ und reckten sich,
indessen kam die Geisterschar und sah was da zu zimmern war,
nahm Meißel und Beil und die Säg´ in Eil; sie sägten und stachen
und hieben und brachen, berappten und klappten, visierten wie Falken
und setzten die Balken.
Eh´ sich der Zimmermann versah, klapp, stand das ganze Haus schon fertig da!

Beim Bäckermeister war nicht Not, die Heinzelmännchen backten Brot.
Die faulen Burschen legten sich, die Heinzelmännchen regten sich und ächzten
daher mit den Säcken schwer und kneteten tüchtig und wogen es richtig und hoben und schoben
und fegten und backten und klopften und hackten.
Die Burschen schnarchten noch im Chor: da rückte schon das Brot, das neue, vor!

Beim Fleischer ging es just so zu: Gesell und Bursche lag in Ruh´;
indessen kamen die Männlein her und hackten das Schwein die Kreuz und die Quer.
Das ging so geschwind wie die Mühl´ im Wind. Die klappten mit Beilen,
die schnitzten an Speilen, die spülten, die wühlten und mengten und mischten,
und stopften und wischten.
Tat der Gesell die Augen auf – wapp hing die Wurst schon zum Ausverkauf!

Einst hatt´ ein Schneider große Pein: der Staatsrock sollte fertig sein; warf hin das Zeug
und legte sich hin auf das Ohr und pflegte sich. Da schlüpften sie frisch an den Schneidertisch
und schnitten und rückten und nähten und stickten und faßten und paßten
und strichen und guckten und zupften und ruckten.
Und eh´ das Schneiderlein erwacht, war Bürgermeisters Rock schon gemacht!

Neugierig war des Schneiders Weib und macht sich diesen Zeitvertreib:
streut Erbsen hin die andere Nacht, die Heinzelmännchen kommen sacht:
eins rutscht nun aus, schlägt hin im Haus; die gleiten von Stufen, die plumpen in Kufen,
die fallen mit Schallen, die lärmen und schreien und vermaledeien.
Sie springt hinterher auf den Schall mit Licht – „ husch husch husch husch – verschwindet all“.

Oh weh, nun sind sie alle fort, und keines ist mehr hier am Ort;
man kann nicht mehr wie sonsten ruhn, man muß nun alles selber tun.
Ein jeder muß fein selbst fleißig sein und kratzen und schaben und rennen und traben
und schniegeln und bügeln und klopfen und hacken und kochen und backen,
Ach, daß es noch wie damals wär´!
Doch kommt die schöne Zeit nicht wieder her!“

Zu dumm, dass Frauen immer so neugierig sein müssen 😦 .

In der Altstadt ist schon überall Schatten, zu kalt für ein „Draussenkölsch“,

also noch ein Selfie vor dem Dom, oder wie wir Düsseldorfer sagen würden: „vor der großen Kapelle“ und dann wieder zurück.

Ab morgen hab ich wieder schreibfrei, mal sehen ob Tina auch `nen schönen Brunnen findet.